Fliegende Ärzte bringen Augenmedizin zu blinden Menschen

Blindheitsverhütung in Papua Neu Guinea

große Version anzeigen Gegenden, wie das Dorf Maprik, sind in Papua Neu Guinea schwer zugänglich. Medizinische Fachkräfte kommen diese Gebiete regelmäßig besuchen. Im Bild ist eine Holzhütte, die mit Blättern gedeckt ist, inmitten von vielen Bäumen, zu sehen.
Gegenden, wie das Dorf Maprik, sind in Papua Neu Guinea schwer zugänglich. Medizinische Fachkräfte kommen diese Gebiete regelmäßig besuchen. © CBM
Von der Goroka Eye Clinic im Östlichen Hochland von Papua-Neuginea aus starten Augenmediziner regelmäßig und häufig mit dem Flugzeug zu Außeneinsätzen in entlegene bzw. gebirgige Landesteile. Sie besuchen Patienten, die ansonsten keine Gelegenheit hätten, einen Arzt aufzusuchen. Viele, die an grauem Star (Katarakt) erkrankt sind, wissen gar nicht, dass sich ihr Augenlicht durch eine einfache Operation wiederherstellen lässt und bleiben deshalb viele Jahre lang blind. Während eines Jahres führt das Goroka Eye Care Team mehr als 1.100 Operationen im ganzen Land durch – die Hälfte davon in entlegenen Gegenden. Mehr als 90 % der Patienten sind an grauem Star erkrankt. Daneben werden aber auch Glaukome behandelt und sonstige Augenoperationen durchgeführt.

Nach einer Katarakt-Operation kann 11-Jähriger erstmals zur Schule gehen

Für Kinder kann sich eine Erkrankung am grauen Star besonders gravierend auswirken: Die CBM stieß während eines ihrer Außeneinsätze auf einen 11-jährigen Jungen, der seit vier Jahren blind war. Neben seiner Sehbehinderung schien er auch noch geistig behindert zu sein. Nach erfolgreicher Katarakt-Operation war das Kind nämlich immer noch nicht in der Lage, die ihm vorgehaltenen Finger zu zählen. Der Grund lag jedoch nicht in einer geistigen Behinderung – der Junge hatte das Zählen ganz einfach nicht gelernt, weil er schon im ersten Jahr seines Sehverlustes aus der Schule genommen worden war. Die Katarakt-Operation stellte sein Sehvermögen wieder her - nun kann er all seine Möglichkeiten entfalten.

Viele Menschen haben keinen Zugang zu Augenmedizin

In Papua-Neuguinea bestehen zurzeit neben Goroka nur in der Hauptstadt Port Moresby und zwei weiteren Städten augenmedizinische Dienste - und zwar für geschätzt 5,5 Mio. Einwohner. Genaue Zahlen darüber, wie viele blinde Menschen im Land leben, existieren nicht, aber die CBM-Mitarbeiter schließen aus ihren Fahrten über Land, dass es sich landesweit um eine hohe Zahl handeln muss.
große Version anzeigen Dilne Gigma (62), hatte Grauen Star. Dr. Wilson untersucht ihr rechtes Auge. Sie lächelt glücklich - die Operation war erfolgreich.
Dilne Gigma (62), hatte Grauen Star. Dr. Wilson untersucht ihr rechtes Auge. Die Operation war erfolgreich, wie man an ihrem Gesicht ablesen kann. © CBM

Ziel: Katarakt-Untersuchungen für mehr Menschen

Seit 1996 trägt die CBM dazu bei, die Menschen im östlichen Hochland von Papua-Neuguinea vor Blindheit zu bewahren, indem sie in der Nähe ihrer Wohnorte augenmedizinische Dienste bereithält. Die CBM plant, das hohe Niveau von 2.000 Operationen pro Jahr aufrechtzuerhalten. Weitere Ziele bestehen darin, noch mehr Fahrten in entlegene Gegenden zu unternehmen und ein Netzwerk mit anderen Augenärzten der Region aufzubauen. Das Projekt ist Teil der weltweiten Kampagne Vision 2020, welche darauf abzielt, vermeidbare Blindheit bis zum Jahre 2020 zu überwinden. Da sich die CBM für Nachhaltigkeit einsetzt, sind die Ausbildung einheimischer Spezialisten und deren Kooperation mit ausländischen Fachkräften weitere wesentliche Bestandteile des Programms.

Weitere Informationen: Vermeidung von Blindheit
Lesen Sie weiter: Wie wird Grauer Star verursacht?
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