WWHearing

WorldWide Hearing Care for Developing Countries

Der Bedarf

Jüngste Schätzungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) gehen davon aus, dass weltweit mindestens 255 Millionen Menschen (ca. 4,2 % der Weltbevölkerung) von leichten bis gravierenden Hörverlusten betroffen sind. Im Erwachsenenalter auftretende Hörverluste rangieren auf der Skala der mit Behinderungen verbrachten Lebensjahre nach Depressionen weltweit an zweiter Stelle; während der Kindheit erlittene Hörverluste haben zudem gravierende Auswirkungen auf die zu erwartende Lebensqualität.

Zwei Drittel aller hörgeschädigten Menschen leben in Entwicklungsländern; die meisten von ihnen würden von Hörgeräten profitieren - wenn es sie denn gäbe. Von den vielen Millionen weltweit benötigten Hörgeräten werden jedoch nur weniger als 6 % pro Jahr hergestellt und angepasst, und nur ein Bruchteil hiervon geht in die Entwicklungsländer, wo nur der Bedarf von einer von vierzig hörgeschädigten Personen gedeckt wird.

Die Kampagne

WWHearing (WorldWide Hearing Care for Developing Countries) ist eine neue Kampagne, die im Jahr 2003 von zahlreichen Interessensvertretern, die Beziehungen zur WHO unterhalten, u.a. der Christoffel-Blindenmission, ins Leben gerufen wurde. Verbraucherorganisationen und Berufsverbände, Spender und Experten.

Der Auftrag von WWHearing besteht darin, durch Bereitstellung geeigneter und erschwinglicher Qualitätshörgeräte und -dienste das Hörvermögen langfristig und umfassend zu verbessern, wobei Entwicklungsländer und diesbezüglich unterversorgte Gemeinden vorrangig behandelt werden. WWHearing agiert im Einklang mit den WHO Guidelines for Hearing Aids and Services for Developing Countries (2. Aufl. 2004), worin empfohlen wird, dass Hörgeräte Teil eines kompletten audiologischen Dienstes einschließlich Diagnostik, Anpassung, Rehabilitation und Personalschulung sein sollten.

WWHearing engagiert sich für die Einrichtung und Förderung solcher Dienste zum optimalen Nutzen aller hörgeschädigten Menschen weltweit, jedoch mit besonderem Schwerpunkt auf Kindern und Erwachsenen in Entwicklungsländern und unterversorgten Gemeinden.

Die Partner

Zu den Hauptinteressensvertretern und Partnern gehören Ministerien, die CBM und andere internationale Nichtregierungsorganisationen, Nichtregierungsorganisationen, Berufsverbände, Organisationen von und für Hörgerätenutzer, Spender sowie Experten.

Zu den gegenwärtigen Partnern von WWHearing zählen:

China Rehabilitation Research Centre for Deaf Children (CRRCDC)
Christoffel-Blindenmission (CBM)
Gesundheitsministerium Brasilien
Gesundheitsministerium Indien
Gesundheitsministerium Philippinen
Hearing International
International Association of Logopaedics and Phoniatrics (IALP)
International Association of Physicians in Audiology (IAPA)
International Federation for Hard of Hearing People (IFHOH)
International Society of Audiology (ISA)
Lions Clubs International Foundation (LCIF)

sowie verschiedene Teilnehmer aus Australien, Botswana, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Irland, Indien, Indonesien, Jordanien, Nepal, den Niederlanden, Nigeria, Oman, den Philippinen, Südafrika, Spanien, der Schweiz, Thailand und Großbritannien.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist interessierter Beobachter und leistet technische und organisatorische Unterstützung.

Auch Hersteller (gewerbliche und gemeinnützige) sollen sich im Rahmen eines speziellen, noch von WWHearing auszuarbeitenden und mit der WHO abzustimmenden Programms an der Kampagne beteiligen.

WWHearing heißt weitere Partner und Interessensvertreter willkommen, die sich der Zielsetzung anschließen, bedürftigen Gemeinschaften erschwingliche und qualitativ hochwertige Hörgeräte sowie die entsprechende Dienste bereitzustellen. Die Partner wählen ein Führungsgremium, das sich aus qualifizierten und erfahrenen Experten zusammensetzt.

Die Projekte

WWHearing fördert Pilotprojekte in verschiedenen Entwicklungsländern, um eine Reihe von Dienstleistungsmodellen aufzuzeigen, die die Grundsätze der Kampagne reflektieren. Mithilfe dieser Projekte werden auch Erfolge und Patientenzufriedenheit, Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Wirtschaftlichkeit bewertet. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen dann in den Entwicklungsländern über Partnerschaften vor Ort umfängliche Projekte gestartet werden.

Lesen Sie weiter: Ausblick
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Weitere Informationen

Die Entstehungsgeschichte der neuen internationalen WWHearing Kampagne beschreiben der frühere Geschäftsführer der CBM und Vorsitzende von WWHearing, Christian Garms, und Dr. Andrew Smith, (WWHearing Exekutivkomitee, WHO-Mitarbeiter und Fachberater der CBM für die Verhütung von Hörbehinderungen).

Click on: "Alliance faces worldwide realities of Hearing Loss", published in Hearing Health Magazine, vol. 2:20, 2004 (html)