Stärkere Partner, mehr Freiwillige

Eine aktive Gemeinde ist die Basis für Erfolg

Mike Davies, CBM Regionalbeauftragter in Südostasien.
Mike Davies, CBM Regionalbeauftragter in Südostasien und Koordinator der Fachberatergruppe zu Gemeindenaher Rehabilitation (CBR). © CBM
In diesem Interview beantworten Mike Davies, Regionalbeauftragter der CBM in Südostasien, und Paul Caswell, Koordinator des CBM-Landesbüros Nigeria, die Frage, was gemeindenahe Rehabilitation (CBR) in Südostasien im Vergleich zu Westafrika bedeutet. Beide sind erfahrene und langjährige Mitarbeiter der CBM - Mike Davies seit 1993 und Paul Caswell seit 1968. Im Oktober wurden sie von Königin Elisabeth II für ihre Verdienste in der Entwicklungsarbeit mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet.
Paul Caswell, Koordinator des CBM-Landesbüros in Nigeria.
Paul Caswell, Koordinator des CBM-Landesbüros in Nigeria. © CBM
Sie arbeiten beide schon seit langer Zeit für die CBM. Wie sieht die CBM-Arbeit in Westafrika bzw. Südostasien aus? Sehen Sie den Kern Ihrer Arbeit eher darin, Menschen mit Behinderungen mit Gesundheitsdiensten zu versorgen oder steckt auch ein menschenrechtlicher Ansatz dahinter?

Davies: In Asien ist die CBR-Arbeit enorm verschiedenartig. Immer mehr Projekte gehen in Richtung umfassende gemeindenahe Rehabilitation, d.h. sie beziehen sich auf Menschen jeden Alters mit sämtlichen Arten von Behinderung und bieten bzw. mobilisieren sowohl medizinische als auch Schul- und Berufsbildungsdienste. Integrative Ansätze werden dabei favorisiert. Organisationen von Menschen mit Behinderungen und Elterngruppen werden darin bestärkt, als Anwälte für Menschenrechte und Integration zu agieren. Bevölkerungsdichte, gute Kommunikationssysteme, Unternehmergeist und die Existenz unterstützender Fachdienste bilden in den meisten Gegenden Asiens einen fruchtbaren Boden für Rehabilitationsarbeit.
Die meisten CBR-Projekte praktizieren Mitbestimmung bei der Planung und Durchführung ihrer Arbeit. Damit einher gehen Treffen auf unterster Ebene mit den behinderten Menschen selbst und deren Familienmitgliedern, wo die tatsächlichen Bedürfnisse eruiert werden sollen. Immer mehr Menschen mit Behinderungen arbeiten in CBR-Projekten.

Caswell: Gemeindenahe Rehabilitation funktioniert, indem eine Person und deren Familie ermittelt werden. Diese werden dann befragt, welche Art von Problem sie haben, um sie mit adäquaten Diensten versorgen zu können. Ein Resonanzproblem besteht leider im Falle von geistesbehinderten Kindern. Dennoch ermutigen wir Menschen mit Behinderungen, zum Unterhalt ihrer Familie beizutragen und sich nicht geschlagen zu geben. Auch gutes Zureden ist wichtig, weil sie manchmal aus Scham oder Angst vor bösem Blut von ihren Familien versteckt werden; und intensive Beratung ist wichtig, um zu vermitteln, dass Behinderungen nichts mit einem Fluch oder Bestrafungen zu tun haben.

Lesen Sie weiter: Was hat sich in der gemeindenahen Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen verändert, seit Sie für die CBM arbeiten?

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