Psychiatrische Erkrankungen

Ein globales Problem wird mit Hilfe der Gemeinde in Angriff genommen

große Version anzeigen Hände, die sich aneinander festhalten. Das Foto ist während eines Besuchs in vom Tsunami betroffenen Gebieten Sri Lankas entstanden.
Das Foto ist während eines Besuchs in vom Tsunami betroffenen Gebieten Sri Lankas entstanden. © CBM

Weltweit großer Bedarf

Auf der ganzen Welt leiden mindestens 400 Millionen Menschen an sie behindernden neuropsychiatrischen Erkrankungen, was 11 % der gesamten weltweiten Krankheitslast entspricht. Bis 2020 werden diese Störungen die zweithäufigste Ursache der Krankheitslast weltweit sein. Allein von Depressionen nimmt man an, dass sie (nach koronaren Herzerkrankungen) die zweithäufigste Todesursache weltweit sein werden.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist davon auszugehen, dass die Entwicklungsländer - mit 80 % der Weltbevölkerung bis 2020 - die Hauptlast dieses hochgerechneten Anstiegs psychiatrischer Erkrankungen tragen müssen.


Gründe:
  • Nur geschätzte 5 bis 8 % aller in den Entwicklungsländern lebenden Menschen haben Zugang zu medizinischer Versorgung.
  • Armut spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung psychiatrischer Erkrankungen. Armut bedeutet nicht nur niedriges Einkommen, sondern auch keine Unterstützung zu erfahren und keinen Zugang zu medizinischen Grundleistungen zu haben. Daher ist es wahrscheinlich, dass Menschen mit neuropsychiatrischen Störungen und deren Familien in einen Teufelskreis von Armut und Behinderung geraten.
  • Menschen mit geringem Einkommen haben ein erhöhtes Risiko, an Schizophrenie zu erkranken.
  • Flüchtlinge leiden laut WHO eher an psychischen als an physischen Folgeerscheinungen.
  • Bewaffnete Konflikte und Katastrophen können ein posttraumatisches Stresssyndrom und andere neuropsychiatrische Erkrankungen auslösen.

Ein weltweites Problem

Die Verbreitung neuropsychiatrischer Erkrankungen ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Depressionen sind eher auf dem amerikanischen Kontinent und im westpazifischen Raum verbreitet, während Schizophrenie aufgrund genetischer Ursachen weltweit gleichermaßen vorkommt. Laut WHO (Weltgesundheitsbericht 2001) verteilen sich die neuropsychiatrischen Störungen weltweit wie folgt:

  • Starke Depressionen: 120 Millionen
  • Alkoholbedingte Erkrankungen: 70 Millionen
  • Drogeninduzierte Erkrankungen: 15 Millionen
  • Schizophrenie: 24 Millionen
  • Epilepsie: 40 Millionen
  • Demenz: 29 Millionen
  • Suizide: fast 1 Million


An psychischen Störungen erkranken viele Menschen in ihren produktivsten Jahren, was eine enorme wirtschaftliche und soziale Belastung – wenngleich bislang nicht quantifiziert – mit sich bringt. Auch heute noch bleiben viele Menschen - wiewohl von ihrer psychischen Erkrankung genesen - in überfüllten psychiatrischen Anstalten, was mit der beschränkten Fähigkeit, zu denken und eigenverantwortlich zu handeln einhergeht. Andere werden zu früh bzw. ohne Übergangs- und stützende Maßnahmen zurück in die Gesellschaft entlassen.

Lesen Sie weiter: Die nächsten Schritte und die Zukunft - CBM nimmt psychische Gesundheit in Angriff
Weitere Informationen: WHO Website zu Psychischer Gesundheit
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