Tsunami: Neue Häuser, neue Hoffnung

Katastrophenhilfe und Rehabilitation in Kudawella/Sri Lanka

große Version anzeigen Porträt von Meulet, Priyan und Priyantha vor ihrem zukünftigen Backstein-Haus mit großen Fenstern und Türen.
Meulet, Priyan und Priyantha (von links nach rechts) vor ihrem zukünftigen Haus. © CBM
Priyantha Wanigabadu verlor seinen vierjährigen Sohn und sein Haus in Kudawella/Sri Lanka. Eine riesige Flutwelle brachte am 26. Dezember noch nie dagewesenen Schrecken und Zerstörung nach Sri Lanka und in andere Länder Südostasiens. Mindestens 226,000 Menschen in Indien, Indonesien, auf den Malediven, den Seychellen, Somalia, Sri Lanka und Thailand verloren ihr Leben. Mehr als eine halbe Million Menschen wurde schwer verletzt, so Schätzungen von UN und WHO.

In Sri Lanka starben mehr als 30.000 Menschen und 835.000 wurden obdachlos, vor allem in den südlichen und östlichen Küstenregionen. Von denen, die verletzt wurden, werden viele dauerhaft mit einer Behinderung leben müssen. Diejenigen, die körperlich unverletzt blieben, wie Priyantha (38), seine Frau Meulet (36), die zwei Söhne Priyan (14) und Milan (11), und die Tochter Piumi (10) waren unmittelbar nach dem Tsunami ihren schockierenden Erinnerungen überlassen, inmitten einer zerstörten Umgebung.

Vier Projekte der CBM auf Sri Lanka betroffen

In Sri Lanka waren vier von der CBM unterstützte Projekte schwer durch den Tsunami beeinträchtigt. In Kudawella, einem Fischerort an der Südküste (Region Hambantota), waren 2250 der 6000 Einwohner direkt von der Katastrophe betroffen. 56 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 2000 wurden vertrieben.

120 Menschen mit Behinderungen in Kudawella waren betroffen, darunter diejenigen, die als Folge der Katastrophe psychische Probleme bekamen. 22 von ihnen waren jünger als 20 Jahre. Die Partnerorganisation der CBM, Navajeevana, begann sofort mit Nothilfemaßnahmen: Innerhalb des ersten Monats nach dem Tsunami wurden Nahrungsmittel, sauberes Wasser, Hygieneartikel, Medikamente, Kleidung und Decken verteilt. Gleichzeitig wurden Notunterkünfte für die Menschen errichtet, die ihre Häuser an der Küste verloren hatten, und Haushaltsgeräte zur Verfügung gestellt.

Neustart für Menschen mit Behinderung und für Nichtbehinderte

In den folgenden Monaten nach dem Tsunami begann CBM’s Partner Navajeevana mit seinem Rehabilitationsprojekt: dem Wiederaufbau der Gebäude, der Fischerei und mit der psychosozialen Betreuung für die betroffene Bevölkerung Kudawellas. Sowohl die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen und ihren Familien, als auch die der nicht-behinderten Gemeindemitglieder werden im Sinne echter Einbeziehung in die Planung und Umsetzung aller Projektaktivitäten berücksichtigt.

Wiederaufbau geht schnell voran

Mit der finanziellen Unterstützung der CBM-Partnerorganisation konnte Priyantha die offizielle Genehmigung dafür bekommen, nach einem geeigneten Grundstück für sein neues Haus zu suchen. In der Nähe der Mahawella Lagune fand er einen Platz, der den Bedürfnissen seiner Familie entsprach. Die Grundsteinlegung fand am 17. Oktober 2005 statt, nachdem ein Astrologe nach der besten kosmischen Konstellation gefragt worden war. Der Wiederaufbau des Hauses im November und Dezember ging schnell voran. Reste des alten Hauses wurden wiederverwendet.

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Weitere Informationen: Weitere Schritte zum Wiederaufbau
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Übersicht zur Tsunami-Hilfe der CBM

Zusätzlich zu den Rehabilitationsmaßnahmen in Kudawella unterstützt die CBM insgesamt 27 Tsunami-Programme in Sri Lanka, Indien und Indonesien.

  • In Sri Lanka leisteten vier Partnerorganisationen mit 200 Freiwilligen und 50 Mitarbeitern direkt nach der Katastrophe Nothilfe und begannen dann mit dem Wiederaufbau und der Wiederansiedlung von Familien, die obdachlos geworden waren.
  • In Indien wurde im Anschluss an die Nothilfe-Phase unmittelbar nach der Katastrophe ein Koordinationsteam für den langfristigen Wiederaufbau eingerichtet.
  • In Indonesien unterstützt die CBM den Wiederaufbau von Häusern, und bildet Freiwillige aus, die traumatisierten Überlebenden psychosoziale Hilfe bieten.
  • In Thailand unterstützt die CBM die psychologische Rehabilitation von mehreren Hundert Menschen, die von der Tsunami-Katastrophe betroffen waren, und zudem Tausende aus der Provinz Phang-Nga. Gesundheitshelfer zur psychosozialen Betreuung der traumatisierten oder psychisch behinderten Menschen werden in den Dorfgemeinschaften ausgebildet.
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Weitere Informationen

Die Weltgesundheitsorganisation bietet auf ihrer Website Fakten zur Tsunami-Katastrophe: WHO Tsunami Website