Neues Zuhause in Kudawella: 55 neue Häuser für Tsunami-Betroffene

Nach acht Monaten Bauzeit ist die Siedlung Navadivipurawa bezugsfertig

große Version anzeigen Ansicht eines roten Steinhauses mit spitzem Dach, weißen Fenstern und zwei Bewohnern.
Fünfundfünfzig neue Häuser, wie dieses in Kudawella, darunter 15 nach den individuellen Bedürfnissen der Bewohner behindertengerecht konstruierte Häuser, wurden Ende April an ihre Besitzer übergeben. © CBM
Ein Grund zum Feiern: Nach rund acht Monaten Bauzeit wurde Ende April in einer feierlichen Zeremonie das Dorf "Navadivipurawara" an seine neuen Bewohner übergeben.

Die 55 Ziegelhäuser im Distrikt Kudawella im Süden Sri Lankas waren von Navajeevana, dem Projektpartner der Christoffel-Blindenmission (CBM) gebaut worden und wurden in Anwesenheit von Minister Rajapakse, dem Bruder des srilankischen Präsidenten und anderen Würdenträgern eingeweiht.
Die Einweihungszeremonie Minister Rajapakse zerschnitt das rote Band von Haus Nummer eins und dankte in seiner Rede der CBM und Navajeevana herzlich für die großzügige und professionelle Arbeit.
In den Häusern erwartete die Besucher eine traditionelle Erfrischung und eine besondere Einweihungszeremonie: Ein kleines Feuer wurde entzündet und Kokosmilch in einem Tontopf erwärmt, bis diese überkochte und den Boden benetzte.
Entlang der Wände der neuen Häuser hängen die Fotos der Menschen, die im Tsunami ihr Leben verloren hatten.

Behindertengerechte Bauweise

55 Familien, die bislang in vorläufigen Behausungen gewohnt haben, erhalten so 16 Monate nach dem Tsunami wieder ein dauerhaftes Zuhause. Ein Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, Küche und Bad umfassen die 63 Quadratmeter großen Häuser, in die zwischen vier und zehn Personen-Familien einziehen.

Gemeinsam mit der Gemeinde von Kudawella wurde entschieden, dass fünfzehn der 55 Häuser Familien mit behinderten Angehörigen beziehen. Diese Häuser wurden an die individuellen Bedürfnisse der Menschen mit Behinderungen angepasst. Einige sind mit einer Rampe, Handlauf oder breiten Türen ausgestattet.

Randir bekommt ein neues Zuhause

In Haus Nummer zehn wird die Familie von Randir einziehen, einem 6-jährigen Jungen mit Down-Syndrom. Nach der Einweihung sahen sich die Eltern mit ihren drei Jungen glücklich in dem neuen Zuhause um. Ihr früheres Haus hatte dem Ansturm der Riesenwellen während des Tsunami am 26. Dezember 2004 nicht standgehalten. Jetzt endlich haben sie wieder ein festes Zuhause, weit genug vom Strand entfernt und an einem Hang gelegen, um Sicherheit zu bieten.

Christin Lidzba, CBM-Projektmanagerin in Kudawella, hatte während der Einweihungszeremonie gesagt: "Ein Haus ist nicht bloß ein Haus - es bedeutet so viel mehr für jeden von uns: Es ist eine Umgebung, in der wir uns sicher fühlen, umsorgt, Wert geschätzt und - wie zu Hause." Diese Erfahrung kann Randir jetzt machen. Er wird vom CBM-unterstützten gemeindenahen Rehabilitationsprogramm Navajeevana betreut und hat bereits große Fortschritte gemacht.

Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung Kudawellas

CBM's Partner Navajeevana hat nicht nur den behindertengerechten Wiederaufbau Kudawellas gefördert, sondern auch Einkommen schaffende Maßnahmen und die Entwicklung der Gemeinde unterstützt.

Weitere Informationen zum umfassenden Wiederaufbau Kudawellas: Tsunami: Neue Häuser, neue Hoffnung
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Fünfzehn Projekte in Sri Lanka und 1000 weltweit

Die CBM fördert derzeit in Sri Lanka fünfzehn und weltweit mehr als 1.000 Projekte. Neben dem Neu- und Wiederaufbau von Häusern in der Tsunami-Region unterstützt die CBM Betroffene, insbesondere Menschen mit Behinderungen, bei der beruflichen Rehabilitation und mit einkommensschaffenden Maßnahmen.

Die CBM arbeitet seit 30 Jahren mit Partnerorganisationen in Sri Lanka zusammen. Sie engagiert sich auch in der Access for All Campaign in Sri Lanka, die unmittelbar nach dem Tsunami gegründet worden war und sich insbesondere für den barrierefreien Wiederaufbau der zerstörten Küstenregionen Sri Lankas einsetzt.