Indiens Präsident zeichnet CBM-Partner als beste NGO im Bereich Behinderung aus

Präsident des indischen Blindenverbandes J. L. Kaul nimmt Ehrung entgegen

große Version anzeigen Auf einem Podium überreicht der indische Staatspräsident eine Auszeichnung an Herrn Kaul.
Der indische Staatspräsident Dr. A.P.J. Abdul Kalam (links) überreicht die Auszeichung an Jawahar Lal Kaul, den Geschäftsführer des indischen Blindenverbandes.
Der indische Staatspräsident Dr. A.P.J. Abdul Kalam hat eine von der CBM unterstützte Partnerorganisation mit Sitz in der indischen Hauptstadt Delhi als beste Nichtregierungsorganisation für Menschen mit Behinderungen des Jahres 2006 ausgezeichnet.

Am internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am Sonntag, 3. Dezember, überreichte der Präsident die Auszeichnung im Rahmen einer feierlichen Zeremonie an Jawahar Lal Kaul, den Geschäftsführer des indischen Blindenverbandes ( All India Confederation of the Blind (AICB)). Die Auszeichnung besteht aus einem Preisgeld von 100.000 Rupien (rund 1700 Euro) und einer Erwähnung. Kaul sagte: "Dies ist nicht allein unsere Errungenschaft, sondern von allen unseren Freunden und Förderern, die unsere Organisation zu dem gemacht haben, worauf wir heute stolz sein können."
große Version anzeigen Eine junge Frau sitzt neben ihrer Lehrerin und schreibt in einem Buch.
Die blinde junge Frau (links) lernt mit Hilfe ihrer Lehrerin in der Blindenschrift Braille zu schreiben. © CBM

Schulausbildung und Ermächtigung von Frauen

Die Aktivitäten von AICB umfassen die Förderung der Entwicklung und Ermächtigung von sehbehinderten Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen beiderlei Geschlechts in städtischen und ländlichen Gebieten. Dazu gehören Schulausbildung, die Anpassung von Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderungen, bedarfsgerechte Ausbildung und Berufsausbildung, Rehabilitationsangebote auf dem Land, Ermächtigung von Frauen und Unterstützung der Älteren.

Innerhalb der Aktivitäten ihrer Partnerorganisation unterstützt die CBM Stenographieausbildung in Hindi/Englisch, Mobilitätstraining für blinde Menschen in Slumgebieten rund um Delhi, augenmedizinische Dienste und das alle zwei Wochen in Braille-Schrift erscheindende Magazin. Außerdem wird ein kostenloses Studentenwohnheim für junge Frauen gefördert, die Hochschulen oder Universitäten besuchen und Stipendien für blinde postgraduierte Studentinnen finanziert. Auch der integrative Unterricht blinder Mädchen wird von der CBM unterstützt.

Die indische Zentralregierung und freiwillige nationale und internationale Organisationen sind in den allgemeinen Aktivitäten von AICB eingebunden, die die Bereiche Bildung, Ausbildung und Rehabilitation von blinden und stark sehbehinderten Menschen in städtischen und ländlichen Gebieten rund um Delhi umfassen.
Rolf Müggenburg, Leiter des Asienreferats der CBM: "Seit Beginn der Partnerschaft zwischen dem Indischen Blindenverband und der CBM im Jahr 1984, sind wir von der guten Arbeit und der beständigen Weiterentwicklung von AICB und dem enormen Engagement, mit dem er Schülern und Studentinnen mit Sehbehinderungen in und rund um Delhi unterstützt. Dies hat Auswirkungen auf gesamt Indien, insbesondere auf die Ermächtigung von Frauen mit Behinderungen. Die CBM gratuliert dem Generalsekretär J. L. Kaul und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu dieser großen Ehre. Wir freuen uns, so fähige Partner wie den indischen Blindenverband zu haben."
große Version anzeigen Herr Kaul hält die Auszeichnung in Händen und lächelt glücklich. Links neben ihm steht der indische Staatspräsident, der ebenfalls lächelt.
Jawahar Lal Kaul hat sich fortwährend darum bemüht, den Ausbildungsstand und den wirtschaftlichen und sozialen Status von blinden Mädchen und Frauen zu verbessern. Seine unermüdlichen Anstrengungen in diesem Bereich zielen darauf ab, die Bedeutung, die Blindheit für diese Mädchen und Frauen hat, zu verändern: von Ausgrenzung zu Einbeziehung, von Mangel zu Produktivität, von Isolation zur größtmöglichen Partizipation.

Bereits im Mai 2006 wurde J.L. Kaul bei einem Kongress in Kuala Lumpur, Malaysia, mit dem ersten von der deutschen Marga-Schulze-Stiftung verliehenen Preis für seine freiwillige Arbeit für sehbehinderte Frauen in Indien und über die Landesgrenzen hinaus ausgezeichnet. Die Stiftung unterstützt die Arbeit des indischen Blindenverbandes.

Bewusstseinsbildung durch Medienkampagnen und Petitionen

Der indische Blindenverband AICB ist national und international anerkannt als hervorragende Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Sehbehinderungen. Der Verband ist Teil eines 22 Partner umfassenden Netzwerks, das im ganzen Land verteilt ist, und als nationaler Partner der Weltblindenunion (World Blind Union) anerkannt, der einzigen Körperschaft der Blinden weltweit. AICB ist außerdem Mitglied der Asiatischen Blindenunion.

Jawahar Lal Kaul: "Der AICB glaubt an die Selbsthilfe von Blinden für Blinde, und unternimmt intensive Anstrengungen durch Massenmedien, Seminare, Konferenzen und regelmäßige Petitionen, um die Rechte und die Würde von Menschen mit Sehbehinderungen abzusichern. Unser Ziel ist es, die lokale Öffentlichkeit davon zu überzeugen und sie zu mobilisieren, Menschen mit Sehbehinderungen Rehabilitationsleistungen zukommen zu lassen."

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