Überschwemmungen in Kenia: Sauberes Wasser dringend nötig

Kinder durch Nahrungsmittelhilfe gerettet

große Version anzeigen Das Gesicht eines Babys ist mit Fliegen bedeckt.
Das Gesicht eines Babys ist mit Fliegen bedeckt, die Bakterien übertragen können, die zu Trachom-Blindheit führen können. © CBM / Argum / Einberger
Nach Angaben der Vereinten Nationen ist das Leben von mehr als 700.000 Menschen durch schwere Regenfälle und Überflutungen in Kenia bedroht. Die CBM-Partnerorganisationen haben Aufbaunahrung an Kinder verteilt und verbessern die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, um Menschen vor Erblindung durch Trachom zu bewahren.

Nach einer Dürreperiode regnet es im Norden des Landes jetzt schon seit vier Wochen fast ununterbrochen und Landstriche sind überflutet. Durch die starken Regenfälle hat sich zwar die Dürreperiode verbessert, aber es wird sechs bis neun Monate dauern, bis das Milchvieh wieder kalben und Milch produzieren wird. Die Milch ist ein wichtiges Nahrungsmittel der Hirtenbevölkerung. Um die Zeit der Nahrungsmittelknappheit zu überbrücken haben die CBM-Partnerorganisationen in den Bezirken Marsabit, Samburu und Nord Meru Zusatznahrung für Säuglinge und Kleinkinder bereitgestellt.

Zusatznahrung rettet das Leben von Kindern

Rund 4500 Kinder im Alter zwischen null und fünf Jahren im Norden Samburus und im Süden Marsabit wurden mit hochkalorischer Zusatznahrung, Entwurmungs-Medikamenten, Multivitaminen und Malaria-Medikamenten versorgt. Die Dorfgemeinschaften loben die rechtzeitige Hilfeleistung, die in einigen Fällen Kinder vor dem Tod bewahrt hat und anderen dabei geholfen hat, während der extremen Wetterperioden ausreichend Nahrungsmittel zur Verfügung zu haben.
große Version anzeigen Das Foto zeigt ein Auge, dessen Bindehaut hellgrau aussieht und verkratzt ist.
Die Massai Soyentet ene Nenchuyu leidet an einer Trachom-Erkrankung. Ihr Auge wird von dem augenmedizinschen Krankenpfleger Patrick Kibe untersucht (Kenia).

Die Trachom-Erkrankung führt dazu, dass sich die Augenlider nach innen drehen und die Bindehaut verkratzen. Dies ist nicht nur sehr schmerzhaft, es führt auch unbehandelt zu Blindheit. © CBM / Argum / Einberger

Moskitonetze helfen bei der Trachom-Prävention

Trachom ist eine bakterielle Infektion des Auges. Unbehandelt führt sie zur Vernarbung der Bindehaut und dazu, dass die Wimpern nach innen wachsen. Hieraus resultieren Hornhautvernarbung und irreversible Erblindung. Die Bakterien können von Fliegen, die mit dem Augensekret an den Augen oder der Nase infizierter Personen in Kontakt gekommen sind, übertragen werden. Wegen der vielen Moskitos und Fliegen, die sich durch die starken Regenfälle vermehrt haben, haben die CBM-Partnerorganisationen 3000 Moskitonetze verteilt, die von den Haushalten gerne eingesetzt wurden.

Zugang zu sauberem Wasser hilft bei der Eindämmung von Trachom-Blindheit

Die Bakterien, die zu Trachom-Blindheit führen, können leicht übertragen werden, wenn eine Person in Kontakt mit dem Augensekret eines Infizierten kommt. Daher ist eine gute Hygiene und das Waschen der Hände und des Gesichts dringend nötig.

Das Waschen des Gesichts ist Teil der www.trachoma.org - SAFE Strategy SAFE Strategie, die die Weltgesundheitsorganisation WHO für den Kampf gegen Trachom empfiehlt. Allerdings ist es schwierig für Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, diese Empfehlungen einzuhalten. Um den Menschen in Nol Pilipili sauberes Wasser zur Verfügung stellen zu können, hat die CBM-Partnerorganisation daher gemeinsam mit den Dorfbewohnern eine Wasserquelle am Fuß der Kulal Berge erschlossen.

Eine acht Kilometer lange Pipeline ist unter Mithilfe der Dorfbewohner gebaut worden, um 22 Liter pro Minute in einen 15.000 Liter-Tank zu füllen. Drei Verteilerstationen und eine Wasserstelle für das Vieh wurden entwickelt. Sechs Personen erhielten außerdem eine Ausbildung darin, das System zu warten. Ungefähr 2000 Menschen profitieren insgesamt von dem Wasserprojekt.

Der lokale Partner in Nol Pilipili hat bereits eine deutliche Verbesserung der Gesichtshygiene der Dorfbewohner bemerkt; wie diese selbst bestätigten: "Wir konnten uns nie vorstellen, Wasser zum Baden oder zum Waschen unserer Kleidung zu verwenden, bis es tatsächlich da war."

Fachgutachten werden die Grundlage für weitere gemeindenahe Wasserprojekte in 2007/08 im Norden Kenias sein. Das Ziel der CBM-Partner ist es, das in den Dörfern benötigte Material bereitzustellen, um Brunnen zu bauen, deshalb wird nach Möglichkeiten gesucht, dies lokal herzustellen.
große Version anzeigen Aus einer Tube wird ein Antibiotikum in ein Auge gegeben.
Das Antibiotikum Tetrazyklin wird von dem augenmediznisch ausgebildeten Mitarbeiter Patrick Kibe in die Augen der Massai Norgidoipi ene Moranya (26) gegeben, um die akute Infektion zu behandeln. Das war im Jahr 2003 - seitdem haben auch andere Antibiotika gute Resultate gezeigt, die auch von CBM-Partnern zur Trachom-Behandlung eingesetzt werden. Weitere Fachinformationen enthält die Studie: Operational Comparison of Single-Dose Azithromycin and Topical Tetracycline for Trachoma.

Das von der CBM unterstützte Projekt wird von der African Inland Church (AIC) in Kenia durchgeführt. Es stellt Menschen im Norden Kenias augenmedizinische Basisversorgung zur Verfügung und verweist Patienten aus abgelegenen Dörfern zur Operation in andere Zentren. © CBM / Argum / Einberger

Augenmedizinische Versorgung in Nord-Kenia und Pläne für 2007

Im November hat der Projektpartner, die Armenapotheke der evangelischen Kirche, in Arsim, Sedai, Illaut, Ntil und Ngurunit mehr als 700 Kinder und 400 Erwachsene auf deren Trachom-Status getestet. Achtzehn bis 42% der Kinder und 22% bis 42% der Erwachsenen waren mit Trachom-Bakterien infiziert.

Ein Augenarzt der Gesundheitsbehörden hat Arsim bereits besucht, um Klarheit über die Zahl der Katarakt-Patienten zu bekommen und Kataraktoperationen für das nächste Jahr zu planen. Zudem wird ein Amtsaugenarzt Anfang 2007 in Arsim und Umgebung Operationen der Augenlider von Trachom-Patienten durchführen. Zudem sind weitere Operationen am Grauen Star und an Trachom-Patienten geplant.

Lesen Sie weiter:
Was ist Trachom?
WHO: Erblindung aufgrund von Trachom bis 2020 abschaffen
Hungersnot in Kenia: Kinder drohen zu erblinden

Weitere Informationen:
www.trachoma.org
www.healthlink.org.uk - Source: International Information Support Centre
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