Erstes Treffen des weltweiten WHO-Forums zu psychischer Gesundheit

30.-31. Mai 2007 in Genf

Gruppenbild der Teilnehmer, darunter fünf CBM-Mitarbeiter.
Bei der Tagung in Genf nahmen seitens CBM die Vizepräsidentin für Globale Allianzen, Jeya Wilson (Mitte im violetten Kleid), Monika Brenes (Strategie und Fachberatung) (2. von links), Birgit Radtke (2. von rechts, Mitte), Andrew Mohanraj (1. von rechts) und Istvan Patkai (CBM-Fachberater für psychische Gesundheit) (2. von rechts unten) teil.
Das erste Treffen des Globalen Forums zur Adressierung psychischer Krankheiten auf Ebene der Dorfgemeinschaft, wurde von der Weltgesundheitsorganisation am 30. und 31. Mai in Genf veranstaltet. Es bot Gelegenheit zum Informationsaustausch zwischen Patienten und Praktikern, die weltweit auf lokaler Ebene modellhaft mit psychischer Gesundheit zu tun haben. An der Tagung nahmen 50 Fachleute teil.

Als Antwort auf den dringenden Bedarf der Länder, ein Netzwerk aus gemeindenahen psychiatrischen Dienstleistungen zu schaffen, war das Globale im Jahr 2005 von der WHO mit Unterstützung der CBM initiiert worden. Gegründet wurde das Forum während des Kongresses des Weltverbands für die psychosoziale Rehabilitation (World Association for Psychosocial Rehabilitation (WAPR)), der vom 12 - 15 October 2006 in Athen, Griechenland, stattfand.

Informationsplattform über gemeindenahe psychologische Gesundheitsdienste

Das Ziel des Treffens war es, das Forum bekannter zu machen, dessen Aufgabe es ist, "all jenen ein Unterstützernetzwerk zu bieten, die gemeindenahe psychologische Gesundheitsdienste für Menschen mit ernsten psychischen Krankheiten fördern wollen. Dieses Forum stellt eine Grundlage dar, um Informationen auszutauschen, gegenseitige Unterstützung zu bieten, und ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Patienten, Familien, Leistungsanbietern und all jenen herzustellen, die daran interessiert sind, die Bereitstellung psychologischer und psychiatrischer Leistungen nicht länger den Anstalten zu überlassen, sondern diese in effektiver Weise verstärkt gemeindenah anzubieten." Das Globale Forum pflegt Partnerschaften zu bestehenden Organisationen, die diese Zielrichtung teilen.

CBM unterstützt Forum fachlich und finanziell

Neben der finanziellen Unterstützung wurde auch die Expertise anerkannt, die die Psychologen und Psychiater der CBM im Forum beisteuern, sowie die Arbeit, die die CBM in Indonesien und Sri Lanka leistet. In der indonesischen Provinz Aceh, ist die CBM in die Ausbildung, Kapazitätsentwicklung und die Organisation von Gesundheitsleistungen, Strategieentwicklung und die Umsetzung auf der Graswurzelebene. In Sri Lanka, unterstützt die CBM Basic Needs und einige Beratungsprogramme.

Mit der Teilnahme von Patientengruppen ist damit begonnen worden, das Forum zu erweitern. “Das Forum kann als Plattform genutzt werden, um regionale und länderspezifische Erfahrungen in der Behandlung von psychischen Krankheiten auf Dorfebene auszutauschen und die Arbeitsweise der CBM in diesem wichtigen Mandatsbereich zu verbessern”, berichtet Dr. Istvan Patkai, Fachberater der CBM für Psychische Gesundheit in Südostasien, mit Sitz auf den Philippinen.

Diskussionsthemen

  • die Bedeutung vorbeugender und die psychische Gesundheit begünstigender Faktoren;
  • die Wichtigkeit der Beteiligung von Patienten und Selbsthilfegruppen;
  • Programme, die sich gegen die Stigmatisierung psychisch Erkrankter in den Dörfern richten,
  • die Notwendigkeit, psychische Gesundheit in das Gesundheitssystem zu integrieren, und
  • die Rehabilitation von Langzeitpatienten aus Krankenhäusern in den Dorfgemeinschaften.


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Dienste für Menschen mit neuropsychiatrischen Behinderungen

Weitere Informationen: Global Forum For Community Mental Health - Website
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Die Fakten (WHO)


  • Hunderte Millionen von Menschen weltweit sind von Störungen der mentalen, verhaltensmäßigen und der neurologischen Funktionen betroffen, hinzu kommen Störungen, die durch Suchtmittelmissbrauch entstehen. Nach Schätzungen der WHO von 2002 leiden 154 Millionen Menschen weltweit an Depressionen und 25 Millionen an Schizophrenie; 91 Millionen Menschen sind von psychischen Störungen beeinträchtigt, die auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen sind und 15 Millionen haben aufgrund von Drogenmissbrauch eine psychische Krankheit. Ein kürzlich veröffentlichter WHO-Bericht zeigt, dass 50 Millionen Menschen an Epilepsie leiden, sowie 24 Millionen an Alzheimer und anderen Demenzkrankheiten.

  • Geistige, neurologische und Verhaltensstörungen sind weltweit verbreitet und Ursache schweren Leidensdrucks. Menschen mit psychischen Krankheiten sind häufig von sozialer Isolation betroffen, schlechter Lebensqualität und höherer Sterblichkeit. Diese Störungen verursachen enorme wirtschaftliche und soziale Kosten.

  • Die meisten Niedriglohn- und Schwellenländer widmen weniger als 1 Prozent ihrer Gesundheitsbudgets der psychischen Gesundheit. Die Folge davon ist, dass Strategien für die psychische Gesundheit, Gesetzgebung, Gesundheitszentren auf Gemeindeebene und Behandlungen für Menschen mit psychischen Krankheiten nicht die Priorität eingeräumt werden, die sie
    verdienen.