Fachübergreifende Programme

große Version anzeigen Eine Frau läuft über die Reste ihres Hauses, das durch die Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 zerstört wurde.
Eine Frau läuft über die Reste ihres Hauses, das durch die Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 zerstört wurde. Im Anschluss an die unmittelbaren Nothilfemaßnahmen, wird Unterstützung jetzt vor allem innerhalb der Gemeinden gewährt. Der Tsunami verursachte viele körperliche Behinderungen und psychische Probleme bei den Überlebenden. © CBM
Die CBM-Arbeit bezieht sich eher auf Menschen und Gemeinschaften als auf Behinderungen. Ihre auf die Reduzierung bzw. Überwindung von Behinderungen gerichtete medizinische Arbeit ist nur ein Aspekt des Spektrums. Zunehmend betreffen die Programme der gemeindenahen Rehabilitation jedoch die Themen Menschenrechte, sozioökonomische Entwicklung und Armutsbekämpfung. Ihre Leitprinzipien sind Partizipation, Integration und Nachhaltigkeit. Die Strategie besteht darin, die Gemeinschaft möglichst rasch in die Lage zu versetzen, die Verantwortung für die Bedürfnisse ihrer Mitglieder – auch der behinderten - selbst zu tragen. Das Thema Behinderung wird somit Teil der allgemeinen Gemeinwesenarbeit.

Gemeindenahe Rehabilitation
Gemeindenahe Rehabilitation (CBR) ist eine Strategie im Rahmen der Gemeinwesenarbeit zwecks vollständiger Partizipation und Integration behinderter Menschen und deren Familien in ihren Gemeinschaften. Hier ist ein kombinierter Einsatz aller zur Verfügung stehenden medizinischen, pädagogischen, sozialen und beruflichen Mittel erforderlich sowie eine enge Zusammenarbeit mit den behinderten Menschen und deren Familien. Der Trend geht weg von ausschließlichen Versorgung hin zu einem zweigleisigen Ansatz, der auch das Sozialmodell der Behinderung, Menschenrechte und integrative Praktiken einbezieht.

Typische CBR-Maßnahmen sind
  • Aufklärung über Behinderungsursachen und Vorbeugung
  • medizinische Betreuung, Therapie und Rehabilitation
  • Dienste für Menschen jeden Alters mit sämtlichen Formen von Behinderung einschließlich geistiger und psychischer Behinderungen
  • Förderung integrativen Unterrichts behinderter Kinder
  • Training von Fertigkeiten und Entwicklung von Autonomie
  • Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten
  • Eintreten für die umfassende Integration behinderter Menschen in die Gemeinschaft

Die CBM konzentriert sich darauf, behinderte Menschen in die Gemeinschaft zu integrieren, indem sie ihnen hilft, Wege zu finden, umfassend am Gemeinschaftsleben teilzunehmen. Hier kommt es darauf an, sowohl körperliche Barrieren zu überwinden als auch allgemeine Einstellungen gegenüber behinderten Menschen zu beeinflussen und das diesen häufig anhaftende Stigma zu überwinden.

Berufliche Wiedereingliederung / Wirtschaftliche Unabhängigkeit (EE/L)

Das Engagement der CBM im Bereich EE/L ist das letzte Glied in der Kette umfassende Rehabilitationsdienste für behinderte Menschen. Es ist Voraussetzung für optimale Integration, Unabhängigkeit und gesteigertes Selbstwertgefühl. Kernaktivitäten sind hierbei

  • Öffentliche Aufklärung und Interessenvertretung: Schärfung des öffentlichen Bewusstseins, vor allem auf Seiten staatlicher und privatwirtschaftlicher (Arbeitgeber) Akteure, dass behinderte Menschen das Recht, die Pflicht und die Fähigkeit besitzen, am Wirtschaftsleben teilzunehmen und Zugang zu entsprechenden Diensten der Mikrofinanzierung, wirtschaftlichen Beratung und Förderung zu erhalten. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit Behindertenorganisationen.
  • Berufsvorbereitender Unterricht: Unterstützung von Schulen, die behinderte Schüler aufnehmen, bei der Berücksichtigung und Förderung beruflicher Fertigkeiten neben dem üblichen Schulunterricht.
  • Training von Fertigkeiten und Berufsbildung: Unterstützt werden Programme zur Förderung wirtschaftlich brauchbarer Fähigkeiten behinderter Menschen, um deren Chancen im Hinblick auf Beruf und Selbständigkeit zu verbessern.
  • Selbständigkeit: Unterstützung von Initiativen behinderter Menschen zur Gründung von Mikrounternehmen mittels wirtschaftlicher Beratung und Darlehensgewährung.
  • Integration in Berufsbildungsprogramme: Förderung der Integration behinderter Menschen in Berufsbildungs- und Beschäftigungsprogramme, die ihnen vorher nicht zugänglich waren.

In Zahlen

Im Jahre 2006
  • förderte die CBM 217 (2004: 190) CBR-Projekte
  • erreichten die CBM-geförderten CBR-Projekte 271.713 (200.000) Menschen
  • (waren 37.268 (36.554) behinderte Menschen an CBM-geförderten Programmen zur Sicherung des Einkommens und des Lebensunterhalts beteiligt

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