Gesellschaftliche und persönliche Folgen

große Version anzeigen Marc, 8, wurde am Klumpfuß behandelt. Der Junge aus Papua Neu Guinea hebt seinen Daumen und lächelt, um zu zeigen, dass es ihm besser geht.
Marc, 8, wurde am Klumpfuß behandelt (Papua Neu Guinea). © CBM
Schätzungsweise 30 Millionen Menschen weltweit leiden an einer orthopädischen Erkrankung, die ihre Mobilität einschränkt. Demnach handelt es sich hier um die am weitesten verbreitete Behinderungart mit einer Ballung der Betroffenen in den Entwicklungsländern.

Körperliche Behinderungen können die Lebensqualität drastisch beeinträchtigen und unbehandelt sogar das Leben verkürzen. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen können häufig nicht sitzen oder gehen und viele Tätigkeiten nicht selbst durchführen.

Da die Bildungs- und Berufschancen wegen Problemen bei der Verkehrsmittelnutzung oft eingeschränkt sind, erfährt der Betroffene schwerwiegende soziale und wirtschaftliche Nachteile.

Die Hauptursachen orthopädischer Behinderungen

Orthopädische Behinderungen beeinträchtigen Menschen weltweit; da die Lebensumstände hier jedoch eine entscheidende Rolle spielen, häufen sich die Fälle in den Entwicklungsländern.
  • Vom Klumpfuß, einer der weltweit verbreitetsten angeborenen Missbildungen, ist mindestens eines von 1000 Neugeborenen betroffen.
  • Mangelernährung kann zu Knochenerweichung führen, die winkelförmige Knochenfehlbildungen nach sich zieht (ausgeprägte X- oder O-Beine).
  • Bestimmte Infektionskrankheiten können Kinderlähmung oder Wirbelsäulentuberkulose verursachen.
  • Unzureichende Lebensbedingungen, Hygienemangel und fehlende medizinische Versorgung steigern das ohnehin vorhandene Risiko einer orthopädischen Behinderung.

Versorgung und Rehabilitation

Zur Verhütung orthopädischer Behinderungen als Folge vermeidbarer Krankheiten sollte eine Konzentration auf Gesundheitserziehung, Ernährung und Schutzimpfungen stattfinden. Hierin eingeschlossen sind relativ einfache Maßnahmen wie
  • eine Schärfung des Bewusstseins für die Bedeutung von Sauberkeit und medizinischer Versorgung
  • eine Schärfung des Bewusstseins im Hinblick auf die Bedeutung vitaminreicher Ernährung für den Aufbau starker Knochen
  • die Überwachung von Geburten zur Verhütung von Erkrankungen durch Geburtskomplikationen
  • die Verabreichung von Impfstoffen zum Schutz vor Kinderlähmung und Post-Polio-Syndrom

Besteht bereits eine orthopädische Behinderung, können Krankengymnastik, orthopädische Chirurgie sowie eine Versorgung der behinderten Person mit Mobilitätshilfen (z.B. Orthesen, Gehschienen, orthopädischen Schuhen und Rollstühlen) deren Lebensqualität erheblich verbessern.
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